Abtretender Goldman-Sachs-Partner hatte innerhalb von drei Tagen 42 Vorstellungsgespräche

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Abtretender Goldman-Sachs-Partner hatte innerhalb von drei Tagen 42 Vorstellungsgespräche

Goldman Sachs führt gerne Vorstellungsgespräche. Das Unternehmen steht im Ruf, dass alle, die potenziell mit den neuen Mitarbeitenden zu tun haben, diese kennenlernen, bevor ein Einstellungsvertrag unterschrieben wird. Wenn auch nur ein Vorgesetzter sich gegen einen möglichen Neuzugang ausspricht, wird er oder sie nicht eingestellt.

Jernej Omahen, bis vor Kurzem Partner und Head der European Financial Institutions Group im Investment Research bei Goldman Sachs in London, hat gestern in einem Post auf LinkedIn geschildert, wie er den Interview-Prozess bei Goldman Sachs erlebt hat. Als er vor 20 Jahren in Slowenien seinen Uni-Abschluss in der Tasche hatte, sei er zu Vorstellungsgesprächen für einen Tag nach London eingeflogen worden. Aus einem Tag wurden drei – und aus ein paar wenigen Gespräche wurden am Ende 42. Jedes Interview dauerte eine Stunde, was bedeutet, dass Omahen jeden Tag 14 Stunden lang in Vorstellungsgesprächen saß.

Omahen ist nicht der einzige Goldman-Sachs-Mitarbeiter, der diese Art von Vorstellungsgesprächs-Marathon erlebt hat. In der unternehmenseigenen Dokumentation zum 150-jährigen Bestehen von Goldman Sachs erklärte der ehemalige CEO Lloyd Blankfein: „Wir foltern Leute, indem wir sie dazu verdonnern, 45 Vorstellungsgespräche zu absolvieren, bevor sie zu uns kommen.“

Mittlerweile werden bei Goldman Sachs nicht mehr ganz so viele Interviews geführt, aber immer noch mehr als bei jeder anderen Bank. Laut einer Recherche von Glassdoor im Jahr 2019 lagen zwischen Bewerbungseingang und dem Vertragsangebot in UK 27 Tage. Im Investmentbanking waren es 45 Tage, bei Goldman Sachs 54 Tage.

Business Insider berichtete im Juni, dass Goldman Sachs angesichts des diesjährigen Wettlaufs um neue Analysten dazu übergegangen ist, den Einstellungsprozess für Nachwuchsbanker zu beschleunigen. Der beschleunigte Prozess soll jedoch vor allem dazu geführt haben, dass die Pausen zwischen den einzelnen Interviews kürzer sind (teilweise auch dank des Einsatzes von Zoom), die Interviews selbst sind aber wohl nicht gekürzt worden.

Ein MD bei Goldman Sachs sagt, dass Unternehmen führe so viele Interviews durch, weil man beim Recruiting „nicht falsch liegen“ wolle. „Die falsche Person einzustellen kann ein Alptraum sein“, berichtet er.

Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available (Telegram: @SarahButcher)

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