CFA-Charterholder sagen, dass der Titel immer noch Eindruck macht
Wenn du überlegst, ob du Tausende Dollar und hunderte Stunden Lebenszeit aufwenden solltest, um CFA-Charterholder zu werden, solltest du dir eine zentrale Frage stellen: Kannst du damit bei jemandem Eindruck machen?
Wenn du Leute fragst, die einen CFA-Titel haben, wird die Antwort „ja“ lauten – und dass der Titel immer noch Eindruck macht. Leider werden sie aber auch einräumen, dass das weniger mit der so erworbenen Finanzkompetenz zu tun hat, sondern eher signalisiert, dass man eine außergewöhnliche Arbeitsmoral an den Tag legt.
Wenn sich zwei Leute auf eine Stelle bewerben, die einen ähnlichen Hintergrund und eine ähnliche Ausbildung haben, dann wird sich der Personalverantwortliche für denjenigen entscheiden, der eine CFA-Charta besitzt. „Nicht wegen der technischen Kenntnisse“, so Patricia Ribelles, Investmentfondsspezialistin bei Sabadell Urquijo Banca Privada, unlängst im Rahmen eines CFA-Seminars, sondern wegen „der anderen Fähigkeiten“. Welche Fähigkeiten? „Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, auch wenn man einen Vollzeitjob hat, die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen, und die Fähigkeit, sich anzustrengen und Opfer zu bringen“, so Ribelles.
Aufopferung ist ein großes Thema unter den CFA-Charter-Inhabern – kaum verwunderlich bei einer Qualifikation, für die man schätzungsweise 900 Stunden investieren muss, und das auch nur, sofern man jede Prüfung auf Anhieb besteht. „Ich habe darauf verzichtet, mich mit Freunden zu treffen oder Hobbies nachzugehen, nur damit ich meinen Lernplan einhalten konnte“, sagte Maan Alkheleiwi, CFA-Vorstandsmitglied und Leiter der Kernfinanzierung des öffentlichen Investitionsfonds von Saudi-Arabien. „Es beweist, dass man sich reinhängt“, so Alkheleiwi. Man lernt „für jedes Level 300 Stunden“.
Was genau erzielst du mit diesem großen Arbeitsaufwand? Du kannst zum Beispiel eine Gehaltskürzung hinnehmen. Satish Betadpur, Leiter des Bereichs Investitionen in Indien und Managing Director beim Vermögensverwalter State Street, arbeitete im technischen Bereich für einen Pensionsfonds in New York und nutzte die CFA-Prüfungen, um ins Fixed Income Trading zu wechseln. Er hatte bereits einen MBA-Abschluss, aber Betadpur berichtete, erst als er zwei Jahre lang für die CFA-Prüfungen lernte, hatte er das Selbstvertrauen, seinen Chef zu bitten, ins Trading zu wechseln. Er nahm dafür eine Gehaltskürzung in Kauf und startete wieder als Analyst, obwohl er schon einige Jahre in der Technologiebranche tätig war. „Das hat gezeigt, dass ich wirklich interessiert war“, erklärte Betadpur.
Einige Banken sind von den CFA-Prüfungen nicht mehr überzeugt. So hatte beispielsweise Berenberg vor Jahren entschieden, dass CFA-Prüfungen im Rahmen des dortigen Graduiertenprogramms nicht mehr verpflichtend sind. Die damalige Leiterin des Bereichs European Equities, Laura Janssens, sagte, dass Nachwuchskräfte die Zeit lieber für dazu nutzen sollten, „ihre Karriere individuell voranzutreiben und Beziehungen zu Kollegen und Kunden aufzubauen“ genutzt werden könne.
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