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Männer im Banking wollen keine Kolleginnen daten – und das ist auch gut so

Letzte Woche war Valentinstag – für manche Frauen im Banking möglicherweise kein ganz einfacher Tag. Während männliche Banker überall gut ankommen, gilt das für weibliche Bankerinnen ganz und gar nicht. Wie bereits vor einigen Jahren berichtet, wimmelt es in der Finanzbranche von beeindruckenden Single-Frauen mit Dating-Problemen. Daran hat sich nichts geändert. 

„Männer, die auf der Suche nach einer ernsthaften Beziehung sind, wollen nicht mit Bankerinnen zusammen sein – vor allem dann, wenn die Männer selbst im Banking arbeiten“, sagt eine Managing Director (MD) bei einer führenden Boutique-Bank hinter vorgehaltener Hand. „Sie wissen, dass Bankerinnen sehr kompetitiv sind, dass sie bei einem Date vielleicht nicht erscheinen und dass Urlaube durch Arbeit und Stress vermasselt werden können. Mir haben Freunde geraten, dass ich sagen soll, ich würde nicht im Banking, sondern im Marketing arbeiten.“

Es gibt keine Zahlen darüber, wie hoch der Anteil von alleinstehenden Frauen im Banking ist, aber es gibt jede Menge Horrorgeschichten. „Viele der Frauen auf dem Trading Floor haben Kinder von einer Samenbank“, sagt eine hochrangige Sales-Mitarbeiterin. „Das liegt daran, dass sie unangenehm, unattraktiv und aggressiv sein können“, sagt sie. „Sie haben viel Geld, teure Kleidung und einen Personal Trainer, aber niemand will mit ihnen zusammen sein. Die Arbeit in einer so männlich geprägten Branche hat auf sie abgefärbt, sie sind selber hyper-maskulin geworden.“ 

Das mag nicht immer zutreffen. Lucy Puttergill, früher Sales-VP bei JPMorgan und heute Coach für Bankerinnen, erklärt, dass sie mit vielen „gutaussehenden, erfolgreichen Frauen“ zusammenarbeitet, deren Jobs einfach so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass kein Platz für anderes bleibe.

„Viele Frauen haben damit zu kämpfen, tatsächlich vom Schreibtisch aufzustehen und tatsächlich zu einem Date zu gehen“, sagt Puttergill. Das liegt nicht daran, dass ihre Chefs ihnen sagen, dass sie so viel arbeiten sollen, sondern daran, dass sie sich daran gewöhnt hätten, ihr Privatleben zu vernachlässigen, so Puttergill. Es sei nicht einfach, diese selbst auferlegte Dynamik zu ändern.

Wenn Frauen wollen, dann finden sie – natürlich – auch Männer. Die Banking-MD sagt, dass auch sie zu den kompetitiven, ehrgeizigen Frauen in der Finanzbranche gehöre, und dass man einfach so werde, wenn man Deals anwerben müsse. „Mein Mann arbeitet nicht im Banking und in unserer Beziehung ist er fürs Kochen zuständig und ich dafür, mit Handwerkern zu sprechen“, sagt sie. „Er hat kein großes Ego und wahrscheinlich ist das der Grund, warum es funktioniert.“ 

Puttergill sagt, dass ihre Klientinnen viel an sich selbst arbeiten. Sie versuchen, emotional resilienter zu werden und achten darauf, eine Beziehung nicht nur zu führen, um eine Leere zu füllen. Manchmal könne das auch bedeuten, dass man sich mit der Vorstellung versöhnt, mit einem Mann zusammen zu sein muss, der nicht mehr verdient als man selbst. „Der Wunsch, beschützt zu werden, ist in der weiblichen Psyche tief verwurzelt – und Geld ist ein Zeichen für Sicherheit“, sagt Puttergill. „Aber das macht keinen Sinn, denn viele Frauen im Banking sind finanziell unabhängig. 

Bankerinnen sollten sich davon verabschieden, die Attraktivität eines Mannes in Geld zu messen, und stattdessen auf Präsenz, emotionale Stabilität, Reife und Engagement in der Beziehung achten. Die Boutique-MD sagt, dass ein Ehemann, der nicht Banker ist, genau das mitbringe: „Ohne meinen Mann könnte ich diesen Job nicht machen. Ich habe jemanden, der meine Reisen nicht in Frage stellt und der mir abends eine SMS schreibt, dass zuhause ein Essen auf mich wartet“, sagt sie. 

Allerdings gibt es auch Spielregeln. Die MD sagt, dass sie zu Hause nie über die Arbeit spricht. Die Sales-Mitarbeiterin, die ihren weiblichen Kollegen vorwirft, zu maskulin zu sein, sagt, es sei ihr wichtig, anders so zu sein: „Man muss sich nicht in ein Arschloch verwandeln, nur weil man mit ihnen arbeitet.“ 

Es ist aber auch ok, Single zu bleiben. „Die Daten zeigen immer wieder, dass Frauen am glücklichsten sind, wenn sie Single sind und keine Kinder haben“, sagt Puttergill. Beziehungen müssen von ihrem Sockel geholt werden, sagt sie weiter. „Das soziale Kapital, das dem Beziehungsstatus beigemessen wird, ist Unsinn. Es gibt genauso viele unglückliche Paare wie Singles auf der Welt.“ 

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Photo by mostafa mahmoudi on Unsplash

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin

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