Wer ist der junge Deutsche, der mit nur 24 Jahren einen 20-Milliarden-Dollar-Hedgefonds hat?
Das Wall Street Journal hatte über Leopold Aschenbrenner zuletzt im August 2025 berichtet. Aschenbrenner war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt, hatte keinerlei professionelle Investmenterfahrung und trotzdem 1,5 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt, um damit in Aktien zu investieren, die von KI-Technologie profitieren. Zehn Monate später ist Aschenbrenner 24 Jahre alt und verwaltet 20 Milliarden Dollar.
Aschenbrenners Fonds ist inzwischen ähnlich groß wie Dan Loebs Third Point oder Rokos Capital Management. Doch Loeb und Chris Rokos managen seit über 30 Jahren Geld – Aschenbrenner erst seit zwei Jahren.
In diesen zwei Jahren hat Aschenbrenner laut dem WSJ nach Gebühren eine Rendite von mehr als 1.000 Prozent erzielt. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 liegt sie bei 270 Prozent. Jane Street hat Geld bei ihm investiert. Niki Webster, ehemals Managing Director bei Goldman Sachs, arbeitet für ihn. Genauso wie Sven Khatri, ebenfalls ein Goldman-MD, der vier Jahre bei Citadel verbracht hat.
Wer verstehen will, was Aschenbrenner besonders macht, sollte seinen 165-seitigen Essay mit dem Titel „Situational Awareness“ aus dem Jahr 2024 lesen. Darin führt Aschenbrenner – ein Deutscher, der schon mit 19 sein Studium der Mathematik, Statistik und Volkswirtschaft an der Columbia University abschloss und ein Jahr lang bei OpenAI gearbeitet hat – aus, warum er an „Orders of Magnitude“ oder OOMs glaubt. Ein OOM entspricht einer Verzehnfachung. 2024 sagte Aschenbrenner, die für KI relevanten OOMs entwickelten sich exponentiell. „Die Zahlen deuten darauf hin, dass wir über vier Jahre mit einer weiteren etwa 100.000-fachen Steigerung der effektiven Rechenleistung rechnen sollten – was zu einem weiteren qualitativen Sprung in der Größenordnung von GPT-2 zu GPT-4 führen würde“, erklärte er damals. Angesichts von Ken Griffins jüngster Einschätzung, KI sei plötzlich „deutlich leistungsfähiger als noch vor neun Monaten“, wirken Aschenbrenners Beobachtungen fast prophetisch.
Seine Renditen sprechen für sich. Die Positionen von Aschenbrenners Hedgefonds, den er ebenfalls „Situational Awareness“ nennt, sind hier einsehbar und umfassen unter anderem NVIDIA, Energieunternehmen und Halbleiterwerte. Das WSJ schreibt, Aschenbrenner habe erstmals in Anthropic investiert, als das Unternehmen mit 61 Milliarden Dollar bewertet wurde – heute liegt die Bewertung bei 965 Milliarden Dollar.
Das zuletzt eingereichte ADV-Formular von Situational Awareness zeigt, dass Aschenbrenner acht Mitarbeitende bei seinem Fonds beschäftigt. Nur vier von ihnen sind in Investmentrollen tätig. Die Chance, ein Vorstellungsgespräch bei Aschenbrenner zu bekommen, sind verschwindend gering. Falls es doch passiert, sollte man nicht sagen, dass man Netflix schaut. Aschenbrenner ist ein Verfechter von TV-Enthaltsamkeit. „Zu viele großartige Köpfe verbringen ihre Zeit damit, fernzusehen, anstatt zu denken, zu erfinden und zu gestalten“, schrieb er 2020.
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