Wie man an eine Stelle als „Operating Partner“ im Private Equity kommt
Marc Bielitza arbeitet in der Private-Equity-Branche, allerdings nicht in einer Investitionsfunktion. Bielitza bewertet keine Zielunternehmen und finanziert, strukturiert oder führt M&A-Transaktionen durch. Bielitza ist „Operating Partner“ bei DPE – Deutsche Private Equity in München. Was er tut, unterscheidet sich erheblich von anderen Private-Equity-Jobs.
„Als Operating Partner bin ich für einen Teil der Unternehmen im Portfolio verantwortlich“, sagt Bielitza. „Ich habe keine leitende Funktion in diesen Unternehmen, sitze aber in deren Aufsichtsräten“.
Ehemalige Banker, die ins Private Equity gehen, übernehmen in der Regel eher Investitionsfunktionen. Diese Positionen sind oft besser bezahlt, aber „sehr arbeitsintensiv und beinhalten viel Modellierungsarbeit mit Excel“. Sie sind auch weniger wichtig als früher: Angesichts der hohen Zinssätze und Kaufpreise werden Renditen eher über operative Verbesserungen als durch Hebelwirkungen erreicht.
Aber nicht alle operativen Aufgaben sind gleich. Bielitza sagt, dass Private-Equity-Unternehmen Fachleute für das operative Geschäft haben, die „tagtäglich mit den Managementteams zusammenarbeiten“. Diese operativen Fachleute sind in die Unternehmen eingebettet, in die die Private-Equity-Firma investiert hat, und setzen dort persönlich die Hebel in Bewegung, um Werte zu schaffen. Operating Partner sind andere Fachleute: Sie sind intern in den Private-Equity-Firmen selbst tätig und arbeiten in mehreren Unternehmen des Portfolios. „In meiner Rolle als Vorstandsmitglied geht es um Coaching und Sparring mit den Managementteams“, sagt Bielitza. „Es geht darum, strategische Ziele zu entwickeln und Berater vorzuschlagen, die man hinzuziehen könnte.“ Bielitza sagt, er sei ein Generalist. „Besonders wohl fühle ich mich tendenziell aber bei Unternehmen mit physischer Wertschöpfung.“
Während Private-Equity-Investoren aus dem Bankwesen kommen, kommen die Operating Partners in der Regel aus der Industrie oder der Beratung. Bielitza selbst war fast 12 Jahre lang bei McKinsey & Co. und übernahm dann eine operative Rolle bei einem Münchner Holzpellet-Hersteller, der von einer Private-Equity-Gesellschaft unterstützt wurde. Diese Erfahrung befähigte ihn dazu, Operating Partner zu werden.
„Wir stellen keine Berater direkt für interne Aufgaben ein“, sagt Bielitza über den Weg zu seinem Job. „Wir sind der Meinung, dass man zuerst ein gewisses Maß an operativer Erfahrung gesammelt haben muss und wissen muss, wie es ist, ein Unternehmen in der Praxis umzugestalten.“
Will man aus der Unternehmensberatung ins Private Equity wechseln und Operating Partner werden, dann empfiehlt es sich, zunächst operativ zu arbeiten und tagtäglich mit dem jeweiligen Managementteams zusammen zu arbeiten.
„Die Arbeit bei McKinsey & Co. hat mich definitiv auf diese Rolle vorbereitet“, sagt Bielitza. „Ich habe ein ganzes Bündel an Fähigkeiten erworben, die ich heute nutze, vom strukturierten Denken bis hin zur Problemlösung. Ich kann Beziehungen sowohl zu Managern auf der C-Ebene als auch zu Angestellten in der Produktion aufbauen und bei Menschen darauf hinwirken, dass sie bestimmte Ergebnisse erzielen.“
Im aktuellen Klima, so Bielitza, gehe es in der Rolle eines Operating Partners zunehmend um digitale Transformation und KI. Allerdings kümmert er sich darum nicht selbst, sondern greift hier auf Consultants zurück, die beim Erarbeiten von Lösungen helfen. „Es ist eine Vermittlerrolle“, sagt er. „Ich treibe die Leistung der Unternehmen an, in die wir investiert sind.“
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