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Der Ex-Deutsche Bank-Rates-Trader, der 600 Mio. Dollar will

Der italienische Bankenaristokrat Michele Faissola hatte eine erfolgreiche Zeit bei der Deutschen Bank: Faissola war dort über 20 Jahre lang tätig und eng verbunden mit dem ehemaligen CEO Anshu Jain, der ihn vom Leiter des OTC-Derivategeschäfts über den globalen Rates-Chef bis hin zum Leiter von Wealth and Asset Management beförderte. Zeitweise galt Faissola sogar als möglicher Anwärter auf den CEO-Posten bei der Deutschen Bank.

Doch Faissola schaffte es nicht an die Spitze. Stattdessen wurde Jain durch John Cryan ersetzt, und Cryan wiederum durch den Buchhalter Christian Sewing. Sewing ist bis heute CEO der Deutschen Bank. Für Faissolas Karriere haben diese beiden Vorstandschefs wenig Gutes bedeutet.

Zunächst trennte sich Cryan im Jahr 2016 während einer der endlosen Restrukturierungen der Deutschen Bank von Faissola. Anschließend legte Sewings Revisionsteam einen Bericht vor, der Faissola das Leben schwer machte.

Sewings Bericht befasste sich mit einer Reihe von Repo-Geschäften, die die Deutsche Bank mit der italienischen Bank Monte dei Paschi nach deren Übernahme des Rivalen Antonveneta im Jahr 2007 durchgeführt hatte. Der 2016 verfasste Bericht kam zum Schluss, dass die Deutsche Bank sogenannte „enhanced repo transactions“ genutzt habe, um die Bilanzen italienischer Banken – darunter Monte dei Paschi – zu schönen („window dressing“). Monte dei Paschi musste 2017 vom italienischen Staat gerettet werden. Die Transaktionen sollen dazu beigetragen haben, Verluste zu verschleiern. Faissola – damals globaler Rates-Chef – sowie sechs weitere Personen wurden dafür verantwortlich gemacht.

Damit hätte die Angelegenheit enden können, doch dann wurden eine Reihe ehemaliger Führungskräfte der Deutschen Bank, darunter Faissola, 2022 vor einem Gericht in Mailand vollständig freigesprochen. Seitdem fordert Faissola Entschädigung. Seit gestern ist der Umfang dieser Forderung klar umrissen: Faissola will 624 Mio. Dollar und behält sich vor, weitere Ansprüche geltend zu machen. Weiterhin erklären Faissola und seine Mitangeklagten, dass Sewings Revisionsbericht aus dem Jahr fehlerhaft gewesen sei. Ihr Ziel dürfte klar sein: Der amtierende CEO soll dafür gerade stehen, und zwar nicht nur mit dem Geld der Deutschen Bank.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin

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